#67 Diabetes Neu? Was tun?

Ich weiß nicht warum, aber ich denke in letzter Zeit immer wieder an die Zeit (na tolle Formulierung 🙈) als ich ganz neu Diabetes bekommen habe. Soviele Fragen stellten sich mir plötzlich. Damals gab es ja noch kein Internet und alles musste ich mir mühsam erfragen. Von Pontius zu Pilatus rennen und vielen Leuten viele Fragen stellen. Zur Diabetes-Eintellung (alleine der Begriff ist schon Quatsch, denn eine finale Einstellung gibt es nicht, es ändert sich immer irgendwas) war ich 1 Woche in einer Klinik. Was ich nach wie vor unsinnig finde, denn der Klinikalltag hat nichts mit dem Leben zu Hause zu tun. 

Wieder zu Hause stellte sich mir immer wieder die Frage, wie reagieren die Menschen wenn ich Blutzucker messe und Insulin spritze? Im privaten Umfeld war das ok, aber öffentlich? Ich ging von Anfang an recht offen damit um, bis ich (gerade von älteren Menschen) immer wieder offenkundige Anfeindungen erlebte. Manchmal unangenehm! Zusätzlich ist für mich der zweite Punkt: die Hygiene, ein Thema. Ich hasse es auf öffentlichen Toiletten, im Zug, im Hotel, auf einem Kongress, bei einer Fortbildung, mit "quasi" schmutzigen Händen messen und spritzen zu müssen. Deshalb hab ich immer Desinfektionstücher dabei. Luxuriöse Entspannung ist es für mich, alles das, schön sauber und bequem zu Hause machen zu können. Was das messen und spritzen in meinem privaten Umfeld betrifft, bin ich immer noch offen. Wenn ich privat jemanden Neuen kennenlerne, frage ich dennoch höflichkeitshalber  ob es ok ist? Damit habe ich sehr gute Erfahrung gemacht. Denn nicht jeder kann Nadeln und Blut sehen (ich eigentlich auch nicht😌) und das möchte ich respektieren. 

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#15 Mein Millenium - startet mit Diabetes - Diabetes Typ 1 Diagnose

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Vor 17 Jahren. Es ist ein herrlicher Tag auf der griechischen Insel Rhodos. Ich liebe das Meer! Es sind Semesterferien und so kann ich länger bleiben, denn ich habe einen wunderbaren Job. Anderen Wasser-Begeisterten das Windsurfen zu zeigen macht mir riesig Spaß! Ein bisschen, ist der herrliche Tag getrübt, denn irgendwie fühle ich mich nach einer "Grippe" Alles halb so wild, denke ich mir, bin ja mehr Fisch als Mensch, ständig im windigen Nass. Sicherheitshalber radle ich doch mal zum Arzt. Der findet nichts und ein paar Tage später geht's mir schon besser. Wunderbar! finde ich, denn ich kann es kaum abwarten, mein Leben auf Rhodos bis Ende Oktober zu genießen :-) 

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Wieder zu Hause geht's mit Uni & Studentenjob weiter. Ich fühle mich gut und überglücklich so einen tollen Sommer verbracht zu haben. Eine Arbeitskollegin sagt zu mir, ich sei so dünn geworden, ja klar, kein Wunder bei soviel Sport! Die Zeit vergeht bis zum Jahresende und ich nehme fast 10 kg ab. Es wird mir unheimlich. Ich beginne schlechter zu sehen, habe nachts Krämpfe und merke, komische Dinge passieren in meinem Körper. Der Hausarzt untersucht mich. Ruft mich abends besorgt an. Er sagt meine Blutzuckerwerte sind viel zu hoch. Mir sagt das nichts, aber ich bin froh, dass er eine Erklärung gefunden hat und noch froher, dass er sagt, ich könne was dagegen tun.

Millenium und ich habe eine neue Identität - Diabetikerin. Plötzlich dreht sich alle darum. Weil mir in diesen Tagen immer der Eindruck vermittelt, wird: "damit lässt sich gut leben, andere kommen damit super gut zurecht, früher waren die Menschen damit viel eingeschränkter als heute". Denke ich mir, okay, dann wird's ja auch bei mir klappen.

Wie in eine andere Welt versetzt, verbringe ich eine Woche zur Blutzucker-Einstellung im Krankenhaus. Und ja, das Schlimmste was mir passieren kann, sind Spritzen & Krankenhaus! Alleine der Geruch... ließ mich immer einen sehr großen Bogen darum herum machen. Mich selbst mit Insulin zu spritzen, lerne ich aus einem einzigen Grund. Ich habe es satt von anderen, so ein Ding in den Bauch gerammt zu bekommen! Nämlich, von den gehetzten Schwestern und Pflegern, die nicht mal nachts ein wenig mehr Gefühl an den Tag legen. Zur Diabetes-Schulung, schwebt täglich ein hochdekorierter Professor herein und Reih' um, werden die Blutzuckerwerte konferiert. Es glich einem antreten am Kasernenhof. Aha. Wo bleibt das Mitgefühl? frage ich mich täglich. Ich beginne mich für das Diabetes Thema zu interessieren und lerne in dieser Woche das Wichtigste für mich: Sport ist gut für einen niedrigen Blutzucker. Bestens! Ich habe vor mein Studium zu Sportwissenschaft zu wechseln. 

Wie es zu Hause weitergeht und was ich in den 18 Jahren als Diabetikerin erlebe, berichte ich in meinen weiteren Blog Artikeln.