#80 Wissen-E: Lifestyle oder echt?

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Mein Fall-Beispiel aus dem Alltag:

Eine junge Medizinstudentin vermutet Endometriose zu haben. Dies vermutet sie, weil sie während der Periode starke Schmerzen hat. Ihr Freund habe sich daraufhin informiert was man “alternativ” (ausser Schmerzmittel zu nehmen) sonst noch machen kann. Natürlich, die Ernährung umstellen, denn daran sei alles Schuld.
Ihre Selbst-Diagnose ist: 100% Gluten & Laktose Intoleranz. Auf diesen beiden “Diagnosen” beharrt sie steif und fest ohne jemals medizinische Tests gemacht zu haben. Ernährungsempfehlungen habe sie aus dem Internet. Ein Gespräch bei einer Ernährungsfachkraft sei für sie überflüssig, da sie Medizin studiert und jeden vehement über gesunde Ernährung aufklärt. Ihre Umwelt informiert sie ständig, warum sie dies oder jenes nicht essen darf. (Dieses Bild stellt sie nach Aussen dar).

Was sich allerdings in der ernährungsmedizinischen Anamnese gezeigt hat, war ein anderes Bild:

  1. Fachwissen Ernährung gleich “Null”

  2. Die Ernährungsempfehlungen aus dem Internet waren falsch

  3. Blutwerte und alle notwendigen ernährungsmedizinischen Tests sind gut. Keine Zöliakie oder Laktoseintoleranz

  4. Sie sagt: Für sie ist eine glutenfreie & laktosefreie Ernährung im Alltag nicht umsetzbar, weil zu kompliziert und schwer zu bekommen. Sie könnte nicht mehr Feiern gehen, keiner Einladung zum Essen folgen und einkaufen bzw. in der Mensa Essen sei nicht praktikabel. Deshalb isst sie wieder ganz normal. Nur wenn es gesellschaftlich angesagt ist, würde sie sich glutenfrei & laktosefrei ernähren 😳

Meine Lieben, jeder der Zöliakie hat (also das, was sie vorgibt zu haben) oder unter Laktoseintoleranz leidet, fühlt sich durch diese Studentin wirklich verschaukelt. Denn diesen Menschen ist es nicht! möglich einfach mal so, wenn es in Kram passt, Gluten oder Laktose zu essen oder eben nicht.
Endometiose ist keine Lifestyle Sache, genauso wenig wie Zöliakie oder Laktoseintoleranz. Selbst-Diagnosen sind irreführend genauso wie Selbst-Therapie mit den falschen Ernährungsempfehlungen. Und Gluten oder Laktose, kann nicht für jede Krankheit Ursache sein.

#78 Wissen-E: Ein Lebensmittelwunder?

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#Ernährungsmythos Nr. 1

Immer wieder wird Ein Lebensmittel mit Wunderwirkung von der Öffentlichkeit entdeckt. Kürzlich habe ich in einem anderen Blog gelesen der Brokkoli zum Wundermittel gegen Endometriose erklärt.
Das ist “Käse”!
Es macht keinen Sinn, sich nur auf eine kleine Lebensmittel Auswahl zu beschränken. Vor allem nicht, wenn sie ökologisch eine Katastrophe ist. Bei Brokkoli nun nicht der Fall, aber warum gerade Nur der Brokkoli so toll sein soll? Und alles andere nicht? In vielen Lebensmitteln steckt Wahnsinns Power! Wichtig ist immer die Vielfalt.
Manchmal würde essen alleine schon reichen 😉

#75 Wissen-E: Klartext Ernährungs-beratung

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Es liegt mir schon lange auf der Zunge und nun ist es wirklich an der Zeit das mal loszuwerden.
Ich weiß gar nicht wieviel Quatsch man sich noch ausdenken kann und wie egal einem die Verantwortung gegenüber derer ist, die verzweifelt um Rat suchen und Hilfe wirklich brauchen. Superfood hier, Zuckerfrei dort, Gluten verträgt sowieso keiner mehr und Kuhmilch ist auch Gift. Fast schon jeder der eine Packung Fertigprodukt aus dem Supermarkt Regal nehmen kann, fühlt sich befähigt Ernährungsberater zu sein. Echt jetzt?

Ganz klar: ohne Superfood kann man sich hervorragend gesund ernähren und hat noch den positiven Zusatzeffekt keine Drittländer auszubeuten. Ohne Zucker kann man eben nicht Leben, denn ohne Glukose funktioniert das Gehirn leider nicht. Menschen mit Zöliakie haben schlimme Beschwerden, die nichts mit Lifestyle zu tun haben sondern kaum auszuhalten sind und keineswegs hat man grundsätzlich eine Weizenunverträglichkeit nur weil das gerade “in” ist.
Aber wenn wir nicht endlich respektvoller mit der Erde, den Tieren und ja auch den Milchkühen umgehen, vergiften wir uns mit den Lebensmitteln selbst, aber da stecken wir schon unaufhaltsam mittendrin. Und weil das scheinbar immer noch nicht genug ist, ist es den Meisten einfach zu kompliziert, zu unbequem oder nicht salonfähig genug, sich wirklich um eine einfache, regionale, abwechslungsreiche Ernährung zu bemühen, die weniger kostet als Fertigprodukte aus dem Supermarkt. Damit hätte man schon genug zu tun, klingt aber nicht so schick. 

Bei fast jeder Anfrage zur Ernährungsberatung erlebe ich, dass die Ratsuchenden total verunsichert sind. Sie schildern mir wie sehr sie mit der Informationsflut in den Medien überfordert sind. Wie besorgt sie sind, weil sie es nicht schaffen so zu essen wie die Medien, das Internet, selbstangelernte Ernährungsberater, Besserwisser, Familie oder Bekannte das raten.

Ich finde das grauenhaft und habe größtes Mitgefühl. Glücklicherweise kann ich als Ernährungstherapeutin dazu beitragen, dass Essen wieder mit Genuss, Erleichterung, Sicherheit und Wohlbefinden verbunden sind. Denn jeder weiß wie unglaublich wichtig eine positive Einstellung zu sich, seinem Körper und zu seiner Krankheit sind.

Vielleicht ist es einfach noch nicht bekannt? In Österreich u.a. Ländern ist das ganz klar geregelt nur ehrlich gesagt, wir Deutschen sind dazu nicht in der Lage klar festzusetzen, dass Ernährungsberatung und -therapie nur von entsprechend qualifizierten Menschen durchgeführt werden darf. Das wäre zu unser aller Wohl! Auch die so hoch gepriesenen Heilpraktiker oder klassischen Ärzte, haben nicht die Kompetenz in Sachen Ernährung wie Diätassistenten oder Ernährungswissenschaftler! https://de.wikipedia.org/wiki/Diätassistent

Fazit:
Ernährungsberatung und - therapie gehört immer in die Hände von Fachleuten. Alle die es nicht sind... meine ehrliche Antwort wäre... Klappe halten! Denn Sicherheit geht vor - das sollte man sich Wert sein.