#57 Zyste - ich bin total deprimiert!

Eigentlich fehlen mir die Worte. 
Die letzten Wochen hatte ich wieder Stechen, Pochen, Ziehen und Schmerzen, die ich in dieser Form das letzte mal bei der Zyste vor 4 Jahren hatte (da wusste ich noch von gar nix). Interessanterweise sind die Schmerzen so unfassbar unterschiedlich, dass ich irgendwie sofort wieder an eine Zyste dachte. 

Ich muss zwar immer 1 Stunde zu meiner Gynäkologin fahren, aber ich bekomme immer sehr schnell einen Termin und ich fühle mich dort gut aufgehoben, weil sie fachlich versteht um was es bei Diabetes Typ 1 und Endometriose geht. 

Nach wenigen Sekunden Ultraschall war klar: Zyste am linken Eierstock. 

Meine Welt bricht zusammen. Ich war so positiv und fest davon überzeugt das Gröbste überstanden zu haben. 

Dass ich 1 Jahr nach der Gebärmutterentfernung eventuell wieder vor der nächsten OP stehe? damit hätte ich ganz und gar nicht gerechnet. Das wäre dann die 3. OP. Diese OP möchte meine Ärztin aber vermeiden, da es immer schwieriger wird mit den Verwachsungen und häufige Operationen einfach ungut sind. Ihr Vorschlag ist: circa 3 Wochen abwarten, dann weiter sehen. Werden die Beschwerden mehr, dann natürlich vorher. 

Ich habe Angst, dass diese Zyste von einer Sekunde auf die andere platzt. Diese Notsituation von vor 4 Jahren brauche ich nicht mehr! 

Ziel der Gebärmutterentfernung war, keine Hormone mehr nehmen zu müssen, da ich ein erhöhtes Thromboserisiko habe. Unter der Visanne hatte ich ja eine Durchblutungsstörung im linken Auge und seitdem eine diabetische Retinopathie. Deshalb sollte ich jegliche Hormoneinnahme vermeiden. Auf jedem Beipackzettel steht das was ich habe auch als Kontraindikation drauf und da ich schon eine Nebenwirkung hatte, gehe ich da kein Risiko mehr ein. Hormone würden wahrscheinlich neue Zysten verhindern. 
Ich würde mir ja sofort die Eierstöcke rausmachen lassen um neue Zysten zu vermeiden. Seitens der Ärzte kommt dazu ein klares: "Nein, das machen wir nicht. Sie sind noch viel zu jung um in die dann einsetzenden Wechseljahre zu kommen, und ab da würde sich das Thromboserisiko nochmal verschlimmern bzw. könnten sich die Wechseljahrsbeschwerden noch negativer auf alles auswirken. Und dann könnte ich erst recht keine Hormonersatz-Therapie nehmen."

Na, toll. Ich drehe mich seit Jahren im Kreis und habe es wirklich satt! Für meine Krankheits-Kombination gibt es einfach keine gut verträgliche, heilsame Hilfe. 

Ich brauche nun ständig jemand bei mir. Denn sollte diese Zyste wirklich platzen, kann ich mir selbst nicht mehr helfen. Nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch wegen dem Diabetes. Entspanntere Mädels, sagen nun vielleicht, "ja rufst halt dann den Krankenwagen an." Klar! Aber dann lande ich in "irgendeiner" Klinik, nicht in meiner und das möchte ich nicht. 
Und da ich ab sofort nur leichte Bewegung machen darf, besser noch "Couch-Potato" bin (dann steigt wieder der Insulinbedarf und Blutzucker, was wieder zu mehr Entzündung führt) Gibt es eine Menge Alltags-Dinge zu organisieren. Ausserdem habe ich durch den Diabetes ein erhöhtes Risiko einer Bauchfellentzündung nach einer geplatzten Zyste, damit ist nicht zu spaßen. Deshalb möchte ich diese Notsituation unbedingt vermeiden und kann nicht einfach ruhigen Gewissens abwarten. Ohne Hilfe, wäre das für mich nicht zu schaffen. 

Dafür, dass ich sprachlos bin, habe ich nun ganz schön viel getippt. Aber ich möchte einfach genau erklären was das Problem bei Diabetes Typ 1 und Endometriose ist.