#30 Diabetes REHA

Ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen. Vor 17 Jahren habe ich in der Diabetes-Schulung im Krankenhaus davon gehört, dass es so etwas wie "Schwerbehinderung", REHA Aufenthalte, etc...gibt. Jung, lebenslustig, ehrgeizig und kampfbereit konnte ich mir gar nicht vorstellen, wozu ich so etwas brauchen könnte. Ich wollte keinen Stempel aufgedrückt bekommen "du bist krank" und erst recht nicht die Krankheit mein Leben bestimmen lassen. Das wäre ja noch schöner!

In all den Jahren, bin ich nur zum Arzt gegangen, weil ich es musste und sonst das Insulin & die Teststreifen nicht bekommen würde. Wozu auch? ich empfand mich als gesund. Dumm nur, dass dieser Zustand keine Lichtjahre anhielt und mir zum ersten mal nach 15 Jahren mein Diabetologe, eine "REHA" empfohlen hat. Aha. REHA habe ich bis dato, meist in Verbindung mit Menschen gebracht, die hauptsächlich krank sind. Gefühlsmässig etwas, das ich nicht brauchte und Krankenhaus schon gleich dreimal nicht!

Aber gut, ich ließ mich breit schlagen und hatte nach ausreichender Information meines Arztes, voller Überzeugung die Hoffnung, mich vertrauensvoll in die Hände der REHA-Ärzte begeben zu können um tatsächlich Hilfe & Erleichterung zu erfahren. Kurzum, meine Zeit sinnvoll zur Verbesserung meines Wohlbefindens zu nutzen. Sinnlos Zeit verplempern war nicht der Plan! 

Das einzige was mir für ein wenige Tage gut getan hat, war die Tatsache die Verantwortung für den Diabetes an andere abgeben zu können. Dachte ich jedenfalls. Einfach mal ein bisschen weniger Last auf den Schultern. Das täte gut. Bis ich merkte, dass es in dieser REHA gar nicht darum ging. Die Ärzte zogen ihr Schema X durch und ich musste sogar noch mehr aufpassen als sonst. Fehler sind menschlich, keine Frage, aber gleich soviel auf einmal ... da tue ich mich dann doch schwer. Die Krönung war ein ausführlicher Arztbericht, der mich annehmen lässt, sie hätten mich komplett verwechselt. Und das steht dann erstmal alles so da. Änderungen nicht vorgesehen. Aha.