#29 Diskriminierung im Alltag

Das Wort Diskriminierung ist ja heiß umkämpft. Was meine ich damit?

Stell dir folgende Situation vor. Du verabredest dich mit jemandem, genau in dem Moment in dem du zur Verabredung fahren möchtest hast du einen knackigen Unterzucker und kannst deswegen nicht losfahren. Du entschuldigst dich bei der Person und bittest um Termin Verschiebung.  

Und dann geht das “Gepolter” des Gegenübers los.

Ich habe schon alles erlebt. Angefangen von ausfallenden Wörtern bis hin zur verbalen Psycho-Attacken. Die harmlosesten Aussagen waren folgende: “ich sei eine Mimose”, “ich glaube wohl ich sei die Prinzessin, auf die alle andere warten sollen und nach der man sich richten muss”, “ich sei eine Frechheit” und und und.

Oder  

du kümmerst dich (inmitten eines belebten Platzes in der Öffentlichkeit) um deinen Blutzucker, mit messen und spritzen, und plötzlich deutet jemand auf dich und ruft laut “Drogenabhängige!” 

oder  

du vereinbarst mit der Kursleitung einer Schulung, entsprechende Zeiten und Eckdaten um trotz deiner Krankheit teilhaben zu können. Erst ist alles “überhaupt kein Problem” bis die Kurs Gebühr überwiesen ist. Kaum beginnt der Kurs und du verhältst dich wie vereinbart, wirst du von selbigem Kursleiter als “Extrawurst” herunter geputzt und der Tagesablauf des Kurses mal schnell so abgeändert, dass du eben nicht mehr teilnehmen kannst (und im schlimmsten Fall, die Gebühr nicht mehr zurück erstattet wird).

Alles schon erlebt.  

Interessanterweise sind das sehr oft Menschen, die über sich selbst sagen, sie seinen mitfühlend, respektvoll, verständig, menschlich, mit besseren Manieren als Andere, und beschweren sich über den allgemein vorherrschenden Egoismus, die Respektlosigkeit und Ellenbogen-Gesellschaft unserer Zeit.

Solange ich in meiner Mitte bin, kann ich ruhig damit umgehen. Ich habe mir angewöhnt “für die anderen mitzudenken” und versuche die Fettnäpfchen geschickt zu umschiffen. Aber das geht nicht immer und ich muss sagen, manchmal muss auch eine Grenze gesetzt werden! Ich muss mich nicht dafür entschuldigen krank zu sein und bin kein Blitzableiter für diejenigen die damit nicht umgehen können.